Berichterstatter: German Helgert


Tirschenreuth (rbg). Auch im zu Ende gehenden Jahr 2002 konnte der Tirschenreuther Schwimm- Club seinen Aufwärtstrend im Leistungsbereich fortsetzen, wie die aktuelle Bestenliste und Rekordübersicht belegen. Auf insgesamt 19 Strecken schwammen Aktive des TSC im Verlauf dieses Jahres einen neuen Vereinsrekord - mit 19 Verbesserungen liegen dieses Mal die Herren deutlich vor dem Damenteam (10). Garanten dieses Fortschritts waren vor allem Felix Keis und Thomas Reisnecker sowie Iris Keis und Julia Lindner.

Mit rund 50 aktiven Wettkampfschwimmerinnen und -schwimmern hat sich der Tirschenreuther Schwimm- Club 2002 an nicht weniger als 26 Wettkämpfen beteiligt. Herausragend natürlich die Starts bei den Süddeutschen und Bayerischen Meisterschaften in Sindelfingen, Würzburg und Neumarkt sowie den internationalen Einladungswettkämpfen in Bremen, Bad Mergentheim, Straubing, München, Rosenheim oder Regensburg. Dass man dabei im Verlauf des Jahres das ohnehin hohe Niveau auf den meisten Strecken nicht nur halten, sondern sogar erneut verbessern konnte, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Nur langfristig durchdachtes und konsequent betriebenes Training garantiert letztendlich auch den Erfolg. Durchschnittlich 3- 6 Trainingseinheiten im Wasser und weitere drei Einheiten an Land absolvieren etwa die 15 Aktiven des TSC- Wettkampfteams pro Woche.

Als scheinbar eindeutige Nummer Eins bei den TSC- Herren trat dabei 2002 erwartungsgemäß Felix Keis hervor. Er verbesserte elf Vereinsrekorde auf der Langbahn und weitere sieben auf der 25m Kurzbahn. Vor allem im Freistil-, Rücken- und Lagenbereich stellt er das große Aushängeschild des Tirschenreuther Schwimm-Clubs am Anfang des 21. Jahrhunderts dar. Allein Thomas Reisnecker konnt mit seiner neuen 200m Schmetterling Bestzeit auf der Kurzbahn (2:28,80) in die Phalanx des 18-jährigen Griesbachers eindringen. Allerdings ist diesem gerade in den vergangenen Wochen im zwei Jahre jüngeren Sebastian Seidel ein ernsthafte Konkurrenz in den eigenen Reihen erwachsen, von dem man sich vor allem im Bereich der Mittel- und Langstrecken für das kommende Jahr einiges erwartet.

Aber auch einige "Urgesteine" des Tirschenreuther Schwimmsports finden sich noch in der aktuellen Rekordliste. Über 50 und 100m Schmetterling sind die Kurzbahn- Bestzeiten von Martin Brech aus den Jahren 1987 und 88 bis heute unerreicht. Kei Wunder, immerhin bedeuteten dessen 27,3 Sekunden im 50m- Sprint einstmals Oberpfalzrekord. Und auf den Bruststrecken muss sich die Jugend nach wie vor an Dr. Martin Legat messen, der sowohl auf der Kurz- wie auf der Langbahn alle sechs Bestmarken hält. Diese Tatsache verdeutlicht aber auch, wie hochwertig deren Leistungen zur damaligen Zeit bereits waren.

Hat sich der Wandel im Herrenbereich dennoch weitestgehend vollzogen, so muss man bei den Damen etwas stärker differenzieren. Drei aktuell aktive Schwimmerinnen prägen hier zunächst das Bild. Im Bereich der Freistilstrecken dominiert natürlich mit Iris Keiss eine der schnellsten Schwimmerinnen in der Oberpfalz überhaupt. Sie verbesserte heuer in diesem Bereich sechs Bestmarkn sowie die 400m Lagen auf der Langbahn. Ebenso klar gehen die Rücken an Julia Lindner, die auf allen sechs Strecken Rekordhalterin ist, 2002 in drei Fällen sogar neue Rekorde erzielte. Dann aber mischt sich das Feld: Routinier Sonja Gradl konnt studienbedingt heuer zwar keine neuen Rekordmarken setzen, ist jedoch in vier Disziplinen von 1500m Freistil über 200m Schmettern bis zu den 200m Lagen nach wie vor die Nummer eins. Noch immerhin sieben Mal vertreten ist Simone Nurtsch, die mittlerweile ihre Laufbahn beendet hat und ssich als Trainerin erfolgreich um den TSC-Nachwuchs kümmert. Ebenfalls an den Beckenrand gewechselt hat schon vor einiger Zeit Sabine Rößler - unter ihrem Mädchennamen Legat hält sie nach wie vor die aus dem Jahre 1992 stammende 50m Brust- Bestmarke; ihre Schwester Barbara steht über die 100 und 200m Brusst mit ihren Zeiten von 1993 noch heute zu Buche. Und über die 400m Lagen erinnern die 5.33 von Daniela Luft aus dem Jahre 1992 an eine damals ähnlich hochkarätige Damenmannschaft wie heute.

Die Blicke der TSC- Verantwortlichen sind bei der Analyse des abgelaufenen Jahres aber nach vorne gerichtet, gilt ess doch neben den Erfolgen auch die Schwachstellen auszumachen. Und auch diesbezüglich arbeitet man beim Tirschenreuther Schwimm- Club sehr sorgfältig. Die Quantität an begeisterten jungen Schwimmerinnen und Schwimmern ist demnach vorhanden - fast 100 Kinder tummeln ssich insgesamt in den wöchentlichen Übungsstunden. Was indes immer größere Sorgen bereitet, ist die sportliche Qualität. Bewegungsmangel, fehlende motorische Kompetenz aber auch eine teilweise unterentwickelte Leistungs- und Anstrengugnsbereitschaft machen auch vor einem der erfolgreichsten Sportvereine der region nicht Halt. Dem entgegen zu wirken - das ist die Augabe des TSC- Trainerstabs für 2003.