Berichterstatter: German Helgert

Tirschenreuth (rbg). Sie ist 17 Jahre jung, kommt aus Griesbach und startet für den Tirschenreuther Schwimm- Club in der Schwimmgemeinschaft Nordoberpfalz. Spätestens seit den Deutschen Meisterschaften im Schwimmen, die in der vergangenen Woche in der Hamburger Alster- Schwimmhale ausgetragen wurden, wagt sie sich an die ganz Großen im deutschen Schwimmsport - an eine Sandra Völker oder eine Franziska van Almsick. Im Gespräch mit unserer Zeitung schildert Iris Keis ( Druckversion (800MB !) ), eine der schnellsten Freistilschwimmerinnen ihrer Alktersklasse in ganz Bayern und 14. der Deutschen Meisterschaften ihre Eindrücke.

Seit nunmehr elf Jahren betreibt Iris Keis den Schwimmsport, angefangen in den Nachwuchsgruppen des TSC unter Norbert Zettl, Gerhard Legat und Reinhard Legat. Als Leistungssport trainiert sie in der sechsten Saison unter German Helgert im Wettkampfteam des Tirschenreuther Schwimm- Clubs. Verständlich, dass die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften, die gleichzeit als Qualifikationswettkampf zu den Weltmeisterschaften galten, den bisherigen Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn darstellen. "Es war schon ein aufregendes Gefühl, einfach dazu zu gehören, im Wettkampf und im ganzen Drumherum", blickt Iris Keis gerne auf die Tage in Hamburg zurück. Seit beinahe zwei Jahren liebäugelte die Freistil- Sprinterin mit einer Qualifikation für die DM. Damals, bei den Bayerischen Meisterschaften in Lindau schaffte sie den Durchbruch in die bayerische Extraklasse.

Bis zu sechs Trainingseinheiten pro Woche mit einem Gesamtumfang von über 10 Stunden absolviert die Gymasiastin dabei - unterstützt von ihren Eltern, die sie ebenso oft aus Griesbach nach Tirschenreuth bringen und vom Training auch wieder abholen. Eingebettet ist sie dabei in eine harmonische Mannschaft, die mit ihrer Unterstützung im Trainignsbetrieb ebenfalls großen Anteil am Erfolg des Ausnahmetalents hat. Und schließlich ermöglichte die Schulleitung des Stiftland- Gymnasiums durch die Unterrichtsfreistellung überhaupt erst den Start.

Nach einer etwas verpatzten Saison 2001/02 nahmen mit Beginn dieser Wettkampfserie im September des vergangenen Jahres die Vorbereitungen auf das "Unternehmen Deutsche Meisterschaften" konkretere Formen an. Und eigentlich lief alles planmäßig, bis sich Iris Keis bei den oberpfälzer Mehrkampfmeisterschaften im März am linken Knie verletzte. 10 Tage Trainingspause, umfangreiche medizinische Untersuchungen und physiotherapeutische Maßnahmen sowie ein ebenso geduldig ertragenes wie sehr dosiertes Aufbautraining halfen ihr dann doch noch auf die Sprünge.

"Natürlich ist es manchmal etwas anstrengend, das tägliche Training und die Anforderungen der Schule unter einen Hut zu bringen", sieht Iris Keis ihre Situation realistisch. Dennoch hat sie in beruflicher wie in sportlicher Hinsicht klare Ziele: Nach dem Abitur, das Vorrang vor allem anderen hat, möchte sie eventuell auch beruflich im Sport tätig werden - ob als Sportlehrerin oder
auf andere Art, das muss sich aber noch zeigen.

Bis dahin freilich ist noch etwas Zeit. Zeit, in der sie dem Schwimmsport und dem Tirschenreuther Schwimm- Club die Treue halten will. Dass sich andere Vereine um die schnelle junge Dame im Wasser bemühen, ist kein Geheimnis. "Ein Vereinswechsel würde nur dann Sinn machen, wenn ich bei einem anderen Verein deutlich bessere Trainingsbedingungen und andere Perspektiven hätte", stellt Iris Keis klar. Und so liegen ihre Perspektiven zumindest in den kommenden Jahren bis zum Abitur wohl beim Tirschenreuther Schwimm- Club, denn das Ziel für 2004 ist schon heute definiert: "Dann finden die Deutschen Meisterschaften in Berlin statt und stellen zugleich die Olympiaqualifikation dar. Und wer möchte da nicht dabei sein?" Iris Keis jedenfalls hofft spätestens dann auf ein Wiedersehen mit Franziska van Almsick, Sandra Völker oder Hannah Stockbauer.