Berichterstatter: German Helgert


Tirschenreuth (rbg). Sich einmal mit den ganz Großen im Schwimmsport messen - dieser Wunsch ging in der vergangenen Woche für Iris Keis vom Tirschenreuther Schwimm- Club in Erfüllung. Die 17- jährige Gymnasiastin hatte sich für die Deutschen Meisterschaften in der Hamburger Alster- Schwimmhalle qualifiziert und zog sich im Duell mit Franziska van Almsick oder Sandra Völker achtbar aus der Affäre. Mit den Plätzen 17 und 14 über die 50 und 100m Freistil sowie den dabei erzielten Zeiten übertraf die Griesbacherin im Team der Schwimmgemeinschaft Nordoberpfalz die eigene Zielsetzung nur wenige Wochen nach ihrer schweren Knieverletzung.

"30,5 Sekunden für den 50-Meter-Sprint und 1:05 über die 100 Meter" - so lautete die Zielsetung ihres Trainers German Helgert für Hamburg. Ein bisschen Nervosität war sicher dabei, als Iris Keis dann bereits am ersten Wettkampftag gleich im zweiten Wettbewerb der Meisterschaften über die 50m Freistil anzutreten hatte. In der engen Hamburger "Schwimmoper" stand ein ganzes Heer von Kameraleuten und Pressevertretern den Aktiven fast schon auf den Füßen - im Blickpunkt natürlich die Aushängeschilder des Deutschen Schwimmverbandes, neben van Almsick und Völker vor allem Hannah Stockbauer, Antje Buschschulte oder Thomas Rupprath. Und ebenso live wie aktiv dabei dann auch die Schwimmerin des Tirschenreuther Schwimm- Clubs.

Als eine der schnellsten Kraulsprinterin ihrer Altersklasse in Bayern konnte sie sich für die Titelkämpfe in Hamburg qualifizieren. Die Vorbereitungen für dieses Großereignis litten dann aber unter einer schmerzhaften und langwierigen Knieverletzung, die sich Iris Keis beim Bezirks- Mehrkampf Ende März zugezogen hatte und die das unmittelbare Vorbereitungstraining auf den Kopf stellten. Dennoch - im entscheidenden Moment präsentierte sich Iris Keis topfit. Nach einem noch etwas vorsichtigen Startsprung, das lädierte Knie leicht getaped- explodierte sie im Wasser förmlich und ging die ersten 25 Meter mit einer Frequenz von 60 Zügen pro Minute und einer Zeit von 13,61 Sekunden an. Und auch im zweiten Teil der Strecke behielt sie bei einer Frequenz von 54 - 57 Zügen ihre Bissigkeit und schlug nach starken 29,91 Sekunden als Siebzehnte in ihrer Altersklasse an.

Das Knie hatte gehalten, der Rennverlauf und die erzielte Zeit gaben Selbstvertrauen und -sicherheit. Die für eine DM und Weltmeisterschaftsqualifikation insgesamt überraschend lockere Stimmung unter den Aktiven übertrug sich auch auf die TSC- Delegation, sodass man dem 100m- Rennen entspannt entgegen sehen konnte. Hier waren sich Iris Keis und ihr Trainer bewusst, Abstriche in der Erwartungshaltung machen zu müssen. "So drei bis vier Wochen intensiveres Training, vor allem auch auf der Langbahn fehlen uns da einfach", war man sich beim TSC einig. Dennoch ging Iris Keis auch diesen Wettkampf beherzt an. Mit einer 58er Frequenz blieb sie bei 13,92 Sekunden auf den ersten 25 Metern nur um drei Zehntel hinter ihrer 50m Sprintzeit. Diesen Trend konnte sie auch im zweiten Viertel beibehalten - die Zwischenzeit von 30,36 Sekunden nach 50 Metern lag nicht einmal eine halbe Sekunde über dem Sprintergebnis. Auf der zweiten Bahn allerdings musste Iris Keis dann doch etwas zurückstecken und wie vorhergesehen erwiesen sich die letzten 10 Meter als besonders hart. Dennoch: 1:05,09 Minuten bedeuteten für die Stiftländerin den 14. Platz unter den besten Freistilschwimmerinnen ihrer Altersklasse in ganz Deutschland - ein Resultat, auf das sie stolz sein kann und mit dem man beim TSC mehr als zufrieden ist.

Neben Iris Keis waren mit den beiden Auerbachern Andrea Lehner über 50 und 100m Rücken und Peter Spörl über 50, 100 und 200m Brust zwei weitere Akteure der Schwimmgemeinschaft Nordoberpfalz in der Hansesatdt am Start. Auch sie schafften bei ihren Starts den Sprung unter die deutschen Top-20.